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<title>Großmacht</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Großmacht</span></h1>
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<p>Als <b>Großmacht</b> bezeichnet man einen <a href="Staat" title="Staat">Staat</a>, der einen wesentlichen <a href="Geopolitik" title="Geopolitik">geopolitischen</a> Einfluss hat.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriff">Begriff</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Begriffsbestimmung">Begriffsbestimmung</h3></div>
<p>Der <i><a href="Brockhaus_Enzyklop%C3%A4die" title="Brockhaus Enzyklopädie">Brockhaus</a></i> definiert den Begriff „Großmacht“ als Bezeichnung „für einen Staat, dessen Stellungnahme im internationalen Leben (Diplomatie, Friedensschlüsse, Kongresse) berücksichtigt werden musste, weil er sich sogar im Kampf mit der Mehrzahl der anderen Großmächte machtmäßig behaupten konnte“.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach Erich Bayer werden diejenigen Staaten als Großmächte bezeichnet, die „einen bestimmenden Einfluss auf die <a href="Weltpolitik" title="Weltpolitik">Weltpolitik</a>“ haben. Dies waren im ausgehenden 18. Jahrhundert (nach dem Ausscheiden Schwedens und Spaniens) Großbritannien, Frankreich, Russland, <a href="Preu%C3%9Fen" title="Preußen">Preußen</a> und Österreich. Im 19. und 20.&nbsp;Jahrhundert kamen die USA und Japan dazu.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Häufig wird als Kriterium für den Begriff angeführt, dass eine defensive Großmacht allein gegen jeden anderen Staat militärisch bestehen kann. Eine offensive Großmacht hingegen muss in der Lage sein, weltweit militärisch Einfluss zu üben. „Eine eindeutige und allgemein akzeptierte Definition existiert jedoch nicht, so dass es im Einzelfall umstritten sein kann, ob ein Staat als Großmacht gelten kann.“<sup id="cite_ref-Schimmelfennig74_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schimmelfennig74-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Begriff kam im frühen 19.&nbsp;Jahrhundert auf,<sup id="cite_ref-quelle_1_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-quelle_1-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> als die <a href="Hegemonie" title="Hegemonie">Hegemonie</a> <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreichs</a> am Ende der napoleonischen Herrschaft durch die <a href="Pentarchie_(Europa)" title="Pentarchie (Europa)">Pentarchie</a> abgelöst wurde, eine beschränkte Kooperation der Siegermächte Russland, Österreich, Großbritannien und Preußen mit dem besiegten Frankreich, die sich auf dem <a href="Wiener_Kongress" title="Wiener Kongress">Wiener Kongress</a> herausbildete. Zunächst wurden nur diese fünf Mächte so bezeichnet.
</p><p>Der Begriff ist nicht genau definiert, wird aber seit dieser Zeit auch zur Charakterisierung früherer und späterer Machtkonstellationen angewandt.<sup id="cite_ref-quelle_2_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-quelle_2-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Begriffsabgrenzung">Begriffsabgrenzung</h3></div>
<p>Im Deutschen werden zur Kennzeichnung einer Großmachtstellung hauptsächlich Wörter auf <i>-macht</i> verwendet, unter anderem <i>Großmacht</i>, <i><a href="Weltmacht" title="Weltmacht">Weltmacht</a></i> und <i><a href="Supermacht" title="Supermacht">Supermacht</a></i>, wobei der erste Wortteil grob die Größe der <a href="Interessensph%C3%A4re" title="Interessensphäre">Interessensphäre</a> sowie den beigemessenen staatlichen <a href="Einfluss" title="Einfluss">Einfluss</a> beschreibt.
</p><p>Die Bezeichnungen <i>Großmacht</i> und <i>Weltmacht</i> sind an die Stelle des älteren Begriffs <a href="Reich_(Territorium)" title="Reich (Territorium)">Reich</a> getreten, wie zum Beispiel beim <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römischen Reich</a>. Der Begriff <i>Supermacht</i> bezieht sich ausschließlich auf die <a href="Bipolare_Welt" title="Bipolare Welt">bipolare Weltordnung</a> während des sogenannten <a href="Kalter_Krieg" title="Kalter Krieg">Kalten Krieges</a> mit den zwei überragenden Konkurrenten <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> und <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a>, bzw. nach dem <a href="Zerfall_der_Sowjetunion" title="Zerfall der Sowjetunion">Zerfall der Sowjetunion</a> nur auf die Vereinigten Staaten allein.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anwendung_des_Begriffs">Anwendung des Begriffs</h3></div>
<p>Eine Unterscheidung zwischen großen Mächten und kleineren Spielbällen der Weltpolitik nimmt bereits Ende des 5. Jahrhunderts v.&nbsp;Chr. <a href="Thukydides" title="Thukydides">Thukydides</a> in seinem <a href="Melierdialog" title="Melierdialog">Melierdialog</a> vor, indem er den <a href="Attischer_Seebund" title="Attischer Seebund">Athenern</a> den Satz in den Mund legt: „Die Starken tun, was sie wollen, die Schwachen leiden, was sie müssen!“<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Begriffsbildung <i>Großmacht</i> bleibt indes der <a href="Neuzeit" title="Neuzeit">Neuzeit</a> vorbehalten und wird deshalb nur selten zur Charakterisierung der Machtgewichtung im Altertum und Mittelalter herangezogen, wo man eher von Großreichen spricht. So werden in der historischen Fachliteratur das <a href="Geschichte_des_Alten_%C3%84gypten" title="Geschichte des Alten Ägypten">alte Ägypten</a>, <a href="Babylonien" title="Babylonien">Babylon</a>, das <a href="Assyrisches_Reich" title="Assyrisches Reich">Assyrische Reich</a>, das <a href="Geschichte_der_Hethiter" title="Geschichte der Hethiter">Reich der Hethiter</a>, das <a href="Perserreich" title="Perserreich">Alt- bzw. Neupersische Reich</a>, <a href="Karthagisches_Reich" title="Karthagisches Reich">Karthago</a>, <a href="Geschichte_Athens" title="Geschichte Athens">Athen</a>, <a href="Geschichte_Spartas" title="Geschichte Spartas">Sparta</a>, <a href="Makedonien" title="Makedonien">Makedonien</a> bzw. das <a href="Alexanderreich" title="Alexanderreich">Alexanderreich</a>, das <a href="Seleukidenreich" title="Seleukidenreich">Seleukidenreich</a>, das <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römische Reich</a> und das <a href="Kaiserreich_China" title="Kaiserreich China">Kaiserreich China</a> als Großreiche bezeichnet.
</p><p>Als „Großmächte“ des <a href="Fr%C3%BChmittelalter" title="Frühmittelalter">Frühmittelalters</a> gelten das zum <a href="Byzantinisches_Reich" title="Byzantinisches Reich">Byzantinischen Reich</a> gewandelte Römische Reich, das <a href="Fr%C3%A4nkisches_Reich" title="Fränkisches Reich">Fränkische Reich</a>, das islamische <a href="Kalifat" title="Kalifat">Kalifat</a> und weiterhin <a href="Geschichte_Chinas#Sui-Dynastie_(581–618)" title="Geschichte Chinas">China</a>. Im <a href="Hochmittelalter" title="Hochmittelalter">Hochmittelalter</a> entstanden aus dem Frankenreich das <a href="Heiliges_R%C3%B6misches_Reich" title="Heiliges Römisches Reich">Heilige Römische Reich</a> und <a href="Geschichte_Frankreichs" title="Geschichte Frankreichs">Frankreich</a>. Das <a href="Osmanisches_Reich" title="Osmanisches Reich">Osmanische Reich</a> verdrängte das Byzantinische Reich als Großmacht. Für die Zeit ihrer Blüte hatten die beiden oberitalienischen Stadtrepubliken <a href="Republik_Genua" title="Republik Genua">Genua</a> und <a href="Republik_Venedig" title="Republik Venedig">Venedig</a> eine Vormachtstellung im <a href="Mittelmeerraum" title="Mittelmeerraum">Mittelmeerraum</a>, <a href="%C3%84gypten" title="Ägypten">Ägypten</a> erlangte in der Zeit der <a href="Ayyubiden" title="Ayyubiden">Ayyubiden</a> und der <a href="Mamluken" title="Mamluken">Mamluken</a> eine Großmachtstellung, die <a href="Mongolisches_Reich" title="Mongolisches Reich">Mongolenreiche</a> für kurze Zeit sogar eine Hegemonie in Mittel- und Ostasien. Auf dem amerikanischen Doppelkontinent etablierten sich im 15.&nbsp;Jahrhundert die Reiche der <a href="Inka" title="Inka">Inka</a> und <a href="Azteken" title="Azteken">Azteken</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Großmächte_in_der_Epoche_der_Neuzeit"><span id="Gro.C3.9Fm.C3.A4chte_in_der_Epoche_der_Neuzeit"></span>Großmächte in der Epoche der Neuzeit</h2></div>
<p>In der frühen Neuzeit hatten auf Grund ihrer <a href="Kolonie" title="Kolonie">Kolonien</a> auch <a href="Spanien" title="Spanien">Spanien</a> und <a href="K%C3%B6nigreich_Portugal" title="Königreich Portugal">Portugal</a> weltweiten Einfluss, später gewannen die <a href="Republik_der_Vereinigten_Niederlande" title="Republik der Vereinigten Niederlande">Niederlande</a>, <a href="Russisches_Kaiserreich" title="Russisches Kaiserreich">Russland</a>, <a href="Schweden" title="Schweden">Schweden</a>, <a href="Polen-Litauen" title="Polen-Litauen">Polen-Litauen</a>, <a href="Geschichte_%C3%96sterreichs#Der_Aufstieg_Österreichs_zur_Großmacht" title="Geschichte Österreichs">Österreich</a>, Frankreich, <a href="K%C3%B6nigreich_England" title="Königreich England">England</a> und nach dem <a href="Siebenj%C3%A4hriger_Krieg" title="Siebenjähriger Krieg">Siebenjährigen Krieg</a> auch <a href="K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen" title="Königreich Preußen">Preußen</a> eine Großmachtstellung. Mit dem Verlust einiger ihrer Kolonien bzw. Gebiete im 18. und 19.&nbsp;Jahrhundert verloren die iberischen Länder und die Niederlande jedoch diesen Status wieder, Schweden wurde im <a href="Gro%C3%9Fer_Nordischer_Krieg" title="Großer Nordischer Krieg">Großen Nordischen Krieg</a> durch die neue Großmacht Russland zurückgedrängt. Polen-Litauen verschwand nach den drei <a href="Teilungen_Polens" title="Teilungen Polens">Teilungen Polens</a> von der Landkarte. Auf dem indischen Subkontinent etablierte sich seit dem 16.&nbsp;Jahrhundert das <a href="Mogulreich" title="Mogulreich">Mogulreich</a> als Regionalmacht.
</p><p>Seit Ende des <a href="Siebenj%C3%A4hriger_Krieg" title="Siebenjähriger Krieg">Siebenjährigen Krieges</a> bestimmte die <a href="Pentarchie_(Europa)" title="Pentarchie (Europa)">europäische Pentarchie</a> der zur Zeit des Wiener Kongresses erstmals wörtlich so genannten fünf <i>Großmächte</i>: „Die wichtigsten Entscheidungen [auf dem Wiener Kongress] fielen im Komitee der fünf Großmächte“: <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich_Gro%C3%9Fbritannien_und_Irland" title="Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland">Großbritannien</a>, <a href="Kaisertum_%C3%96sterreich" title="Kaisertum Österreich">Österreich</a>, Preußen, Russland und <a href="Restauration_(Frankreich)" title="Restauration (Frankreich)">Frankreich</a>.
</p><p>Im Europäischen Ausschuss der acht Signatarmächte des 1.&nbsp;Pariser Friedens saßen darüber hinaus noch Spanien, Portugal und Schweden.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das ehemals so mächtige Osmanische Reich galt nur noch als Regionalmacht (<a href="Kranker_Mann_am_Bosporus" title="Kranker Mann am Bosporus">Kranker Mann am Bosporus</a>).
</p><p>In der Epoche des Imperialismus kamen zu den bisherigen fünf europäischen Großmächten zwei außereuropäische Staaten hinzu, die auf Grund ihrer frühen Industrialisierung Großmachtstatus erwarben: Die <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">Vereinigten Staaten von Amerika</a> und <a href="Japanisches_Kaiserreich" title="Japanisches Kaiserreich">Japan</a>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit der Gründung des <a href="Deutscher_Bund" title="Deutscher Bund">Deutschen Bundes</a> trat nach zeitgenössischem Urteil Deutschland wieder als „Gesamtmacht in die Reihe der Mächte“,<sup id="cite_ref-Wien_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-Wien-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die als Hauptmächte,<sup id="cite_ref-Heeren_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-Heeren-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> als <i>grandes puissances</i> oder als europäische Mächte von den Staaten zweiter Ordnung abgehoben wurden.<sup id="cite_ref-Faber_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-Faber-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der zweiten Hälfte des 19.&nbsp;Jahrhunderts stieg <a href="K%C3%B6nigreich_Italien_(1861%E2%80%931946)" title="Königreich Italien (1861–1946)">Italien</a> in den Kreis der Großmächte auf, Österreich wandelte sich zu <a href="%C3%96sterreich-Ungarn" title="Österreich-Ungarn">Österreich-Ungarn</a> und Preußen ging im <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">Deutschen Kaiserreich</a> auf. Außerhalb Europas gewannen die Vereinigten Staaten nach dem <a href="Sezessionskrieg" title="Sezessionskrieg">Sezessionskrieg</a> und <a href="Japanisches_Kaiserreich" title="Japanisches Kaiserreich">Japan</a> nach dem <a href="Russisch-Japanischer_Krieg" title="Russisch-Japanischer Krieg">Russisch-Japanischen Krieg</a> eine Großmachtstellung.
</p><p>Vor dem Beginn des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieges</a> galten das <a href="Deutsches_Reich" title="Deutsches Reich">Deutsche Reich</a>, <a href="Dritte_Franz%C3%B6sische_Republik" title="Dritte Französische Republik">Frankreich</a>, <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Großbritannien</a>, <a href="K%C3%B6nigreich_Italien_(1861%E2%80%931946)" title="Königreich Italien (1861–1946)">Italien</a>, Japan, die Sowjetunion und die USA als Großmächte. Die <a href="Anti-Hitler-Koalition" title="Anti-Hitler-Koalition">Hauptsiegermächte</a> behielten nach Kriegsende diesen Status. Der Besitz von <a href="Kernwaffe" title="Kernwaffe">Atomwaffen</a> wurde ein sehr wichtiges Großmachtkriterium neben dem Status als Ständiges Mitglied des <a href="Sicherheitsrat_der_Vereinten_Nationen" title="Sicherheitsrat der Vereinten Nationen">Sicherheitsrats</a> der <a href="Vereinte_Nationen" title="Vereinte Nationen">Vereinten Nationen</a>. Diesen hatten nach 1945 die USA, die Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und <a href="China" title="China">China</a><sup id="cite_ref-China_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-China-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> inne und bildeten insofern nominal die neue „Welt-Pentarchie“. Seit dem <a href="Kalter_Krieg" title="Kalter Krieg">Kalten Krieg</a> waren die USA und die Sowjetunion die dominierenden Großmächte, weshalb man sie auch als <a href="Supermacht" title="Supermacht">Supermächte</a> bezeichnete. Bisweilen wird <a href="Russland" title="Russland">Russland</a> auch heute noch als Supermacht angesehen, in erster Linie deshalb, weil das Land bis heute neben den USA das größte <a href="Atomstreitkraft" title="Atomstreitkraft">Nuklearwaffenarsenal</a> besitzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Heutige_Situation">Heutige Situation</h2></div>
<p>Allein der Besitz von Atomwaffen ist kein Kriterium für eine Großmacht. Dagegen verleiht ein ständiger Sitz im <a href="Sicherheitsrat_der_Vereinten_Nationen" title="Sicherheitsrat der Vereinten Nationen">Sicherheitsrat der Vereinten Nationen</a> wegen des Vetorechtes einen bevorrechtigten Status. Daher darf man den Reformplan der <a href="G4-Staaten" class="mw-redirect" title="G4-Staaten">G4-Staaten</a> <a href="Japan" title="Japan">Japan</a>, <a href="Indien" title="Indien">Indien</a>, <a href="Brasilien" title="Brasilien">Brasilien</a> und <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a>, der für sie einen ständigen Sitz vorsieht, als Anspruch auf eine Großmachtstellung verstehen.<sup id="cite_ref-Quelle_3_13-0" class="reference"><a href="#cite_note-Quelle_3-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ähnliche_Begriffe"><span id=".C3.84hnliche_Begriffe"></span>Ähnliche Begriffe</h2></div>
<p><a href="Hypermacht" title="Hypermacht">Hypermacht</a> ist eine 1999 entstandene Begriffsschöpfung des damaligen französischen Außenministers <a href="Hubert_V%C3%A9drine" title="Hubert Védrine">Hubert Védrine</a>, um die damals dominierende Stellung der USA in der <a href="Politik" title="Politik">Politik</a>, <a href="Wirtschaft" title="Wirtschaft">Wirtschaft</a>, <a href="Kultur" title="Kultur">Kultur</a>, in den <a href="Massenmedien" title="Massenmedien">Massenmedien</a> und beim <a href="Milit%C3%A4r" title="Militär">Militär</a> zu kritisieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Weltreich" title="Weltreich">Weltreich</a></li>
<li><a href="Imperium" class="mw-disambig" title="Imperium">Imperium</a></li>
<li><a href="Weltmacht" title="Weltmacht">Weltmacht</a></li>
<li><a href="Supermacht" title="Supermacht">Supermacht</a></li>
<li><a href="Wirtschaftsmacht" title="Wirtschaftsmacht">Wirtschaftsmacht</a></li>
<li><a href="Zivilmacht" title="Zivilmacht">Zivilmacht</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Karl-Georg Faber: <i>Von den ‚Großen Mächten‘ zu den ‚Weltmächten‘</i>. Abschnitt 5 des Artikels <i>Macht, Gewalt</i>. In: <a href="Otto_Brunner_(Historiker)" title="Otto Brunner (Historiker)">Otto Brunner</a>, <a href="Werner_Conze" title="Werner Conze">Werner Conze</a>, <a href="Reinhart_Koselleck" title="Reinhart Koselleck">Reinhart Koselleck</a> (Hrsg.): <i><a href="Geschichtliche_Grundbegriffe" title="Geschichtliche Grundbegriffe">Geschichtliche Grundbegriffe</a>. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland</i>. Band 3, Stuttgart 1982, S. 930–935.</li>
<li><a href="Eva_Marlene_Hausteiner" title="Eva Marlene Hausteiner">Eva Marlene Hausteiner</a>, <a href="Sebastian_Huhnholz" title="Sebastian Huhnholz">Sebastian Huhnholz</a> (Hrsg.): <i>Imperien verstehen. Theorien, Typen, Transformationen.</i> Nomos, Baden-Baden 2019.</li>
<li><a href="Ulrike_von_Hirschhausen" title="Ulrike von Hirschhausen">Ulrike von Hirschhausen</a>, <a href="J%C3%B6rn_Leonhard" title="Jörn Leonhard">Jörn Leonhard</a>: <i>Empires. Eine globale Geschichte 1780–1920.</i> C. H. Beck, München 2023.</li>
<li><a href="Paul_Kennedy" title="Paul Kennedy">Paul Kennedy</a>: <i><a href="Aufstieg_und_Fall_der_gro%C3%9Fen_M%C3%A4chte" title="Aufstieg und Fall der großen Mächte">Aufstieg und Fall der großen Mächte</a>.</i> 1987, ISBN 3-596-14968-1.</li>
<li><a href="Henry_Kissinger" title="Henry Kissinger">Henry A. Kissinger</a>: <i>Das Gleichgewicht der Großmächte. Metternich, Castlereagh und die Neuordnung Europas 1812–1822.</i> 2. Auflage, Zürich 1990.</li>
<li><a href="Ulrich_Menzel" title="Ulrich Menzel">Ulrich Menzel</a>: <i>Die Ordnung der Welt.</i> Suhrkamp, Berlin 2015, ISBN 978-3-518-42372-1.</li>
<li><a href="Herfried_M%C3%BCnkler" title="Herfried Münkler">Herfried Münkler</a>: <i>Imperien. Die Logik der Weltherrschaft – vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten.</i> Rowohlt, Berlin 2005, ISBN 3-87134-509-1.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Gro%C3%9Fmacht" class="extiw external" title="wikt:Großmacht">Wiktionary: Großmacht</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Brockhaus Enzyklopädie in 20 Bänden. 17., völlig neu bearb. Auflage, Band 7, F.A. Brockhaus, Wiesbaden 1969, S. 711.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Erich Bayer (Hrsg.): <i>Wörterbuch zur Geschichte. Begriffe und Fachausdrücke</i> (= <i><a href="Kr%C3%B6ners_Taschenausgabe" title="Kröners Taschenausgabe">Kröners Taschenausgabe</a>.</i> Band 289). Kröner, Stuttgart 1960, S.&nbsp;185.</span>
</li>
<li id="cite_note-Schimmelfennig74-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Schimmelfennig74_3-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Frank_Schimmelfennig" title="Frank Schimmelfennig">Frank Schimmelfennig</a>: Internationale Politik (=&nbsp;<i>Grundkurs Politikwissenschaft</i>, Band 3107). UTB, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-76581-9, S.&nbsp;74.</span>
</li>
<li id="cite_note-quelle_1-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-quelle_1_4-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Während Adelungs Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart in der Auflage von 1811 das Stichwort <i>Großmacht</i> noch nicht anführt, sondern nur <i>großmächtig</i> und <i>Großmächtigkeit</i>, schreibt <a href="Joseph_G%C3%B6rres" title="Joseph Görres">Joseph Görres</a> (im Rheinischen Merkur vom 23.&nbsp;September 1815) in den <i>Bemerkungen über die gegenseitigen Verhältnisse Frankreichs und der Verbündeten</i>: „Aus Frankreichs Ansicht ist Preußen eine nagelneue, aber noch nicht nagelfeste Großmacht.“ Das sei „eine Formulierung, in der das Wort Großmacht eindeutig nicht mehr große Macht, sondern einen mächtigen Staat bezeichnet.“ (Walter Böhme: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://fontanefan.blogspot.com/2011/09/zur-entwicklung-des-begriffs-gromacht.html">Zur Entwicklung des Begriffs Großmacht</a>, September 2011). Dort findet sich auch ein Hinweis auf <a href="Johann_Christoph_Adelung" title="Johann Christoph Adelung">Adelungs</a> Lexikon.</span>
</li>
<li id="cite_note-quelle_2-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-quelle_2_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Ein früher Beleg ist in der <a href="Brockhaus_Enzyklop%C3%A4die" title="Brockhaus Enzyklopädie">Brockhaus Enzyklopädie</a> von 1823 unter dem Stichwort <i>Congreß</i>, auf den Friedenskongress von Münster und Osnabrück von 1648 bezogen, zu finden: „Das eben thronlos gewordene England nahm keinen Theil daran, und Spanien erschien darauf eigentlich nicht mehr als entscheidende Großmacht neben Östreich, Frankreich und Schweden.“ (<i>Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste</i> herausgegeben von Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber u.&nbsp;a. Teil 22, Brockhaus Verlag 1832 S.&nbsp;105)</span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Thukydides: <i>Der Peloponnesische Krieg.</i> V 89.</span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Geiss, Imanuel: <i>Geschichte im Überblick. Daten und Zusammenhänge der Weltgeschichte.</i> Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, S.&nbsp;404.</span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Imanuel Geiss: <i>Geschichte im Überblick. Daten und Zusammenhänge der Weltgeschichte.</i> Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, S.&nbsp;437: „Im Zeitalter des Imperialismus stießen zwei überseeische Großmächte mit Kriegen als neue dynamisch expandierende Machtzentren im Fernen Osten und im Fernen Westen zu den europäischen Großmächten – Japan und die USA.“</span>
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<li id="cite_note-Wien-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Wien_9-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Art. 2 der <a href="Wiener_Schlussakte" title="Wiener Schlussakte">Wiener Schlussakte</a> von 1820.</span>
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<li id="cite_note-Heeren-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Heeren_10-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Arnold_Heeren" title="Arnold Heeren">Arnold Heeren</a>: <i>Der Deutsche Bund in seinen Verhältnissen zu dem Europäischen Staatensystem bei der Eröffnung des Bundestages dargestellt.</i> 1817, S. 430.</span>
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<li id="cite_note-Faber-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Faber_11-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Faber S. 931.</span>
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<li id="cite_note-China-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-China_12-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Ab 1971 trat die <a href="Volksrepublik_China" title="Volksrepublik China">Volksrepublik China</a> an die Stelle <a href="Republik_China_(Taiwan)" title="Republik China (Taiwan)">Taiwans</a> (vgl. <a href="Resolution_2758_der_UN-Generalversammlung" title="Resolution 2758 der UN-Generalversammlung">Resolution 2758 der UN-Generalversammlung</a>)</span>
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<li id="cite_note-Quelle_3-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Quelle_3_13-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Der ehemalige deutsche Außenminister Fischer, der selbst den Reformplan vertreten hat, hält den Anspruch für Deutschland, aber auch für die gegenwärtigen ständigen Sicherheitsratsmitglieder Frankreich und Großbritannien für überzogen: „Und so wird der Rest der Welt eines Tages den Europäern wohl klarmachen müssen, dass das 19.&nbsp;Jahrhundert und auch die erste Hälfte des 20.&nbsp;Jahrhunderts längst Geschichte sind und die globale Machtverteilung der Gegenwart nicht mehr, wie in der Vergangenheit, von europäischen <a href="Mittelstaat" title="Mittelstaat">Mittelmächten</a> bestimmt werden kann.“ (Joschka Fischer: <i>I’m not convinced – Der Irakkrieg und die rot-grünen Jahre.</i> Kiepenheuer &amp; Witsch, 2010, ISBN 3-462-04081-2, S.&nbsp;299). Daher vertritt er die Position, dass von den europäischen Staaten außer Russland nur der Europäischen Union ein ständiger Sitz im Sicherheitsrat zukommen sollte.</span>
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